Flying Swords Of Dragon Gate

Verfällt das Hong Kong Kino jetzt auch dem Reboot-Wahn a la Hollywood, die jüngst mit Total Recall und Dredd ja wieder 80er Stoff recyceln. In Asien passiert das (leider) wohl auch. Nicht umsonst wurde der John-Woo-Klassiker A Better Tomorrow (1985) ja bereits unter den wohlklingenden Namen A Better Tomorrow 2K12 wiederverfilmt. Und Ching Siu Tungs Meisterwerk A Chinese Ghost Story (1986) wurde von SPL-Regisseur Wilson Yip letztes Jahr ebenfalls wiederbelebt. Nun erwischt es einen weiteren Klassiker aus der Wuxia Kategorie: Tsui Harks Meisterwerk Dragon Inn von 1992. Das Verwunderliche ist jedoch, dass Tsui Hark, einst Hong Kongs Wunder-Regisseur in den 80er und 90er, das Remake selbst in die Hand nimmt. Flying Swords Of Dragon Gate heisst der Blockbuster 2011, der hierzulande ein schnelles DVD-Release genossen hat. Und auf dem Papier scheint dieser Big-Budget Streifen wirklich ein Hit zu sein: Jet Li in der Hauptrolle, Xun Zhou (der weibliche Star aus Cloud Atlas) und Fan Siu Wong (bekannt u.a. aus Ip Man) sorgen für ein großes Staraufgebot. Aber ohne den Spaß schon hier zu verderben: Die Vorlage Dragon Inn hatte diesbezüglich mit Brigitte Lin, Maggie Cheung, Donnie Yen und Tony Leung Ka-Fai definitiv ein noch bessere Besetzung vorzuweisen.

Die Umsetzung wurde dann auch von mir sehnsüchtig erwartet. Kurz zu der Story: Ein neuer Eunuch namens Yu unterdrückt das Land, während Freiheitskämpfer Zhao (Jet Li) sich zur Aufgabe gemacht hat, korrupte Beamte des Regimes zu eleminieren. In eienm Gasthaus mitten in der Wüste treffen Rebellen und Regime-Anhänger aufeinander. Und als wenn dies nicht schon genug Zündstoff für die Atmosphäre wäre, stösst noch eine mongolische Kriegsbande hinzu. Diese wollen an einen geheimen Schatz ran, die in einer nur von einem gewaltigen Sandsturm freizulegenden Stadt aus Gold liegen soll. Die Gier nach dem Gold hetzt die ohnehin verfeindeten Fronten noch stärker gegeneinander auf...


Wie es sich für einen aktuellen Blockbuster gehört wurde auch Flying Swords Of Dragon Gate komplett in 3D gefilmt. Doch die CGI  Effekte können nicht an jeder Stelle überzeugen. Das Niveau pendelt zwischen wahnsinnig toll und OMG-WTF. Sorry Tsui Hark, aber nach der Effektkatastrophe Zu Warriors (2002), übrigens ebenfalls ein Tsui-Hark-Self-Reboot, habe ich zumindest teilweise schlechte Effekte befürchtet. Zum Glück brechen diese wenige Stellen dem Film nicht das Genick. Denn meistens sind CGI und Handlung so toll gespinnt, dass der Film richtig Spass macht. Allein die darstellerische Leistung lässt teilweise zu wünschen übrig, was aber angesichts des Popcorn-Kinos kein Wunder ist. Die Hauptfigur (Jet Li) verschwindet übrigens nach der Anfangsszene für gefühlte 60 Minuten und taucht irgendwann erst wieder auf. Insgesamt kann Flying Swords nicht komplett überzeugen, aber welcher Big-Budget-Blockbuster tut das heutzutage schon? Immerhin stimmen die Box Office Resultate. Bei einem (für HK Verhältnisse Mega-) Budget von 35 Mio. US-Dollar spielte FSODG sagenhafte 100 Mio. US-Dollar ein. Wahnsinn! Meine Wertung für den Film: 3/5


6.5.13 17:32

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